16.4.2011

John Surman – Private City: Melody Montreal

Synthesizer waren einst analoge Geräte, zusammengesetzt aus Platinen, auf die Bauteile gelötet wurden, durch die Strom fließt; die man anfassen konnte. Auch ein Sequencer ist ursprünglich eine Maschine, kein Programm – zumindest hat John Surman so angefangen (Mitte der 80er, beim Entstehen vom Beispiel oben, „Private City“, war das wohl schon ein via MIDI angesteuerter Computer). Surmans Soloaufnahmen betreten echtes Neuland, wo sie von Maschinen generierte Musik mit den Improvisationen eines akustischen Instruments kombinieren.

Aus heutiger Sicht wirkt das fast wie eine etwas merkwürdige Variante des Steampunk. Wie sich die Protagonisten in der Differenzmaschine mit den Nebenwirkungen einer von Dampfkraft betriebenen Computerwirtschaft herumschlagen müssen, so scheint Surman mit den Eigenarten der analogen Vorläufer unserer heutigen Computerprogramme zu kämpfen.

Aber das sind Bilder, die man nur haben kann, wenn man aus heutiger Perspektive zurückblickt. Zu ihrer eigenen Zeit waren das Entwürfe für eine Musik der Zukunft, die überaus verführerisch wirkten.

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