7.3.2011

Buffy - Selbstreferenz (2)

(Zettelkasten)

Unter Buffy-Fans stellt man die Frage: „What would Buffy do?“, gerne auch als Akronym: „WWBD“. Der Spruch findet sich, gewissermaßen im Original, in der vierten Staffel (Buffy 4.1, „The Freshman”). Xander sagt ihn im Rahmen eines „Pep Talk“ beim Versuch, Buffy klar zu machen, daß sie noch Freunde hat und nicht komplett alleine dasteht:

Xander: When it's dark and I'm all alone, and I'm scared or freaked out or whatever, I always think “What would Buffy do?” You're my hero.

Das ist die Oberfläche.

Dahinter verbirgt sich eine Ebene, in der die TV-Show sich in sich selber reflektiert. – Der komplette Dialog geht so:

Xander: Buffy, this is all about fear. It's understandable, but you can't let it control you. 'Fear leads to anger. Anger leads to hate. Hate leads to anger.' - No, wait, hold on. - 'Fear leads to hate. Hate leads to the dark side.' - Hold on, no. Ahm...
'First you get the women, then you get the money, then you'... - OK, can we forget that?
Buffy: Thanks for Dadaist pep talk. I feel much more abstract now.
Xander: The point is, you're Buffy.
Buffy: Yeah. Maybe in high school I was Buffy.
Xander: And now in college you're Betty Louise?
Buffy: Yeah, I'm Betty Louise Plotnick of East Cupcake, Illinois. I might as well be.
Xander: […]Let me tell you something. When it's dark and I'm all alone, and I'm scared or freaked out or whatever, I always think “What would Buffy do?” You're my hero.
OK, sometimes when it's dark and I'm all alone, I think “What is Buffy wearing?”

“What is Buffy wearing” - im ersten Moment hatte ich gedacht, dies sei eine weitere von Xanders fast unvermeidlichen Anspielungen auf Sex, und er phantasiert eine Buffy, die gerade keine Kleidung trägt[1].

Man kann da aber auch eine Eben tiefer einsteigen, und Buffy wörtlich nehmen. Sie sagt (als Antwort auf Xanders verunglücktes Spiel mit Starwars/Yoda-Zitaten): „I feel much more abstract now“. Xanders Frage nach der Kleidung, die Buffy trägt, könnte eine Replik auf dieser Ebene sein: Buffy, wenn man sie abstrakt sieht, ist Buffy, die TV-Show. Die Frage nach ihrer Kleidung ist dann die nach der Erscheinung dieser TV-Show. Es geht nicht darum, was konkret Buffy gerade trägt, sondern was die abstrakte Buffy, die TV-Show, für Themen behandelt – wie die aktuelle Folge für ihre Fans auf dem Fernsehmonitor konkret „aussieht”. Nur dort findet sich nämlich – konkret, nicht bloß abstrakt – die Antwort auf die Frage: „What would Buffy do?“

OK – ich lehne mich jetzt in meinem Sessel zurück, hole tief Luft und überlege, wie ich den Gedanken so formuliere, daß er für jemand anderen als mich selbst Sinn ergibt.

  1. [1] Buffy interpretiert das wohl sehr ähnlich; der Dialog geht so weiter:
    Buffy: „Can that be one of those things you never, ever, tell me about?”
    Xander: „It's a deal.”

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