1.2.2010

Photoshop-Welten

Nachdem ich am Wochenende etwas tiefer in ein Demo von Photoshop eingestiegen bin und u.a. einige der Tutorials in Scott Kelbys Buch[1] über Photoshop CS4 durchgearbeitet habe, bin ich der Meinung, daß es wohl doch der Mühe wert ist, sich in das Programm einzuarbeiten, und sich auch die nicht gerade schmale Investition in eine legale Kopie lohnen dürfte.

Dabei ist schon „Adobe Bridge“ in Verbindung mit „Camera Raw“ (beides ist im Lieferumfang von Photoshop enthalten) derart leistungsfähig, daß es wohl mehr als neunzig Prozent aller Anwendungen abdecken wird. Auf „Adobe Lightroom“ kann man da jedenfalls getrost verzichten, von „Olympus Studio“ ganz zu schweigen.

Erwähnenswert finde ich das „Straighten Tool“ von Camera Raw, mit dem man Fotos drehen kann, die man mit schief gehaltener Kamera geschossen hat: man zieht mit der Maus eine (horizontale oder vertikale) Linie über einen schiefen Gegenstand, den man gerade bekommen will, und voilà: das Foto wird im damit vorgegebenen Winkel gekippt und gleich so beschnitten, daß keine weiße Flächen an den Ecken entstehen. Damit kann man wohl 99% aller „Crop“-Operationen mit einer Mausoperation erledigen, die sonst mehrere Minuten Fummelei (pro Foto!) kosten.

Ein anderes Beispiel ist das Feature von Bridge, eine Serie von Fotos zu einem sog. Stack zu gruppieren. In der digitalen Welt kostet ein Foto nichts, und ich tendiere dazu, von einem Motiv eine größere Anzahl verschiedener Versuche aufzunehmen. Wenn man das beste Foto aus solch einer Serie heraussuchen will, ist es durchaus hilfreich, im ersten Gang durch eine Fotosession (mit möglicherweise mehreren hundert Bildern) solche Serien in einen „virtuellen Ordner“ zu schieben – dabei kann man einen Stack in Bridge wie ein einziges Foto verwalten, bei dem nur ein (ausgewähltes) Bild oben liegt und sichtbar ist.

Wenn man tiefer einsteigen will (oder muß), kommt man um Photoshop m.E. nicht herum. Wenn man z.B. einmal versucht hat, eine Maske in Gimp mit dem „Magic Wand Tool“ zu definieren, und das dann mit der Qualität und Akkuratesse der entsprechenden Funktionalität in Photoshop vergleicht, dürfte klar werden, warum.

Dabei ist Photoshop keinesfalls fehlerlos. Ich habe z.B. eine ganze Weile gebraucht, um zu herauszubekommen, warum zunächst die skalierte Darstellung auf dem Bildschirm absolut katastrophal ausfällt - „Image Interpolation“ ist in den Preferenzen auf einen Wert voreingestellt, der jede schräge Linie in einen Alptraum aus deutlich sichtbaren Pixeln verwandelt.

Auf der anderen Seite ist es auch nicht die Katastrophe in der Bedienung, als die es auf den Blick erscheint. Wenn man kapiert hat, daß man mit den Tools nicht (oder eher selten) malt, sondern bearbeitet, und die Ebenen nicht sichtbare Layer definieren, sondern Bearbeitungsschritte zusammenfassen, kann man schon halbwegs intuitiv arbeiten.

Ich habe mein Paket jedenfalls bestellt - und zwar via Amazon.uk für ca. 2/3 des Preises, den Amazon/Deutschland verlangt, dem schwachen Pfund sei Dank.

  1. [1] Das Buch kann ich übrigens nur mit Einschränkungen empfehlen.
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