12.1.2010

Notiz

Nicht allein skrupellose Banken, Versicherungskonzerne und Finanzspekulanten haben die Welt in die tiefste Wirtschaftskrise seit der Großen Depression Anfang der dreißiger Jahre getrieben.

Da war noch diese andere, viel weniger bekannte Macht, deren Einfluss aber bis in die letzten Kapillaren im Kreislauf des großen Geldes reicht. Thomas Friedman, "New York Times"-Kolumnist und Pulitzerpreisträger, nannte sie schon 1996 beim Namen: "Es gibt zwei Weltmächte: Die USA und die Rating-Agentur Moody's. Und glauben Sie mir, es ist nicht immer klar, wer mehr Macht besitzt."[…]

Nachdem Investmentbanker Mitte der Neunziger die strukturierten Kreditpapiere erfanden, wurden auch diese von den Rating-Agenturen auf ihre Ausfallwahrscheinlichkeit geprüft. Das klang zunächst unspektakulär, doch es war der Beginn des ganz großen Crashs. Denn diese Konstrukte waren viel zu kompliziert, als dass auch nur halbwegs seriöse Prognosen hätten gemacht werden können. Es gab keine Erfahrungswerte, keine bewährten Berechnungsmethoden. Aber es gab viel Geld zu verdienen[…]

Auf die Rolle der (privaten!) Rating-Agenturen wird viel zu selten hingewiesen - der Artikel auf Spiegel-Online ist in meinen Augen Pflichtlektüre.


sueddeutsche.de: Was hat die Grünen so verändert?

Beer: Der unbedingte Wille zur Macht. Der Sündenfall war aus meiner Sicht die Abstimmung zum Afghanistan-Einsatz. Schröder hat die Vertrauensfrage an ein Votum in seinem Sinne gekoppelt. Da es bei den Grünen mehr kritische Parlamentarier gab als die Arithmetik erlaubt hatte, wurde ausgelost, wer gegen den Einsatz stimmen darf. Ich habe mich enthalten und zu Protokoll gegeben, dass der Parteitag über den Bruch der Koalition zu entscheiden habe. Da ist die Debatte aber unterdrückt worden. Das war für mich der Startschuss in die Beliebigkeit. Das Signal an Schröder war: Er muss nur drohen, dann folgen die Grünen schon - aus Angst vor der Opposition.

Angelika Beers Sicht auf die Geschichte der Grünen unterscheidet sich von jener Jutta Ditfurths natürlich diametral - lesenswert ist das SZ-Interview aber gerade deshalb.

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