7.4.2015

John Oliver: Interview mit Edward Snowden

(Via SZ)

Ich dachte beim ersten Hinsehen, das sei auch nur ein Fake. Offenbar ist ausgerechnet dieses Video echt.

26.3.2015

Das Jabberwocky-Prinzip (Better off Ted - Jabberwocky Project)

Portia: It's going great.

Ted: How great it would if we come up with a product.

Portia: Products are for people who don't presentations.

„Products are for people who don't presentations.” Das ist eine sprachlich-geniale Beschreibung des Jabberwocky-Prinzips. Dabei kann man mit „Jabberwocky” (kein schlechter Schlachtruf, btw) wohl recht genau beschreiben, mit was es das Management (nicht nur im exportorientierten Mittelstand) im Alltag so zu tun hat.

25.3.2015

Der Banker - Master of the Universe (Doku)

Der Untertitel („Master of the Universe”, bzw. „Ein Insider packt aus und erzählt seine Geschichte!”) verdeckt ein wenig die Qualität der Dokumentation. Es geht nicht um eine wilde Anklage gegen die „Bankster”, oder dergleichen. Im Gegenteil: geschildert wird die Normalität der Vorgänge; deren Rationalität; die Verwunderung von an ihnen Beteiligten, den Umschlag in, im Nachhinein offenkundige, Irrationalität verpaßt zu haben.

19.3.2015

Varoufakis and the fake finger - Jan Böhmermann

[Langer Text mit überaus differenzierten Überlegungen gelöscht.] - Ich fasse zusammen: Dies ist die Wirklichkeit.

18.3.2015

Rammstein

Alexander Gorkow war 2012 dabei, als Rammstein durch Amerika tourte. Sein Text (veröffentlicht im SZ-Magazin; via) markiert mE. einen einsamen Höhepunkt in der Kritik von Popmusik. Gorkow ist offenkundig Fan; er bekommt das Kunststück fertig, daß man seinem Text nur deshalb folgt, weil der so gut geschrieben ist – um sich hinterher selber als Fan des Objekts seiner Berichterstattung wiederzufinden.

Die Texte von Rammstein sind, wenn man sie bloß liest, manchmal geradezu betörende Lyrik (Gorkow zitiert einige Beispiele).

Wenn ich hingegen Rammsteins Fans zu Kenntnis nehme (zB. in den Kommentaren zu Rammstein-Videos auf YouTube), möchte ich nur noch den Stecker ziehen. Man findet hier regelmäßig Lobeshymnen jener, die Rammstein richtig gut finden, weil die so typisch deutsch erscheinen – strammer Schritt und rollendes R, wie ein Geschenk zum Geburtstag von Adolf Hitler.

Das ist natürlich Quatsch; schlimmer als nur ein Mißverständnis. Trotzdem muß man sich einem Experiment aussetzen, um meinen Zugang zu dieser – Musik, hätte ich fast gesagt – eigenartigen Synthese aus Krach und inszenierten Bildern zu teilen.

Das Video unten funktioniert wohl nur, wenn man es auf einem großen Monitor in HD-Res anschaut, und die Lautsprecher möglichst aufdreht.

Dabei ist der Text ein Kinderlied:

Nun liebe Kinder gebt fein acht
Ich bin die Stimme aus dem Kissen
Ich hab euch etwas mitgebracht
Ein heller Schein am Firmament
Mein Herz brennt

Assoziationen sind frei; und genau darum dreht sich das Video; und genau deshalb finden manche Zeitgenossen hier Riefenstahl und Hitler-Deutschland

Meine drehen sich um den Horror von Märchenwesen – zB. bei Buffy, Hush.

Rammstein – Mein Herz brennt


Rammstein kann aber auch anders – wobei man auch den „Seemann” besser nicht wörtlich nimmt, sondern durch einige Filter von anders-gebrochenen Ebenen der Wahrnehmung schickt.

Rammstein – Seemann


Nochmals sehr anders – wieder ein Märchenzitat; diesmal mit schlimmen Ende:

Rammstein – Sonne

13.3.2015

Gambling On American Subprime Mortgages

[…]

The official narrative that has taken hold in Germany and EU circles blames the crisis entirely on others, not least profligate and reckless southern Europeans. It argues that since others, not Germany, are responsible for the crisis, they must pay the price for it. Germany does not need to change, others do. As well as paying back their debts in full, they must emulate what Germany did a decade ago: consolidate public finances and bear down on wages to restore competitiveness. That way they can be as successful as Germany supposedly is.

There’s just one problem with this narrative: it is entirely false. The true story is as follows. In the years up to 2007, there was a huge credit boom across the Western financial system, from the United States to Iceland. It involved a massive expansion of cross-border lending by dysfunctional and dangerously undercapitalised banks, abetted by the complacency – and sometimes the complicity – of central bankers, regulators, supervisors and politicians. And Eurozone banks were at the heart of it.

As well as gambling on American subprime mortgages, German and French banks lent too much, badly to Spanish and Irish homebuyers and property developers, Portuguese consumers and the Greek government, both directly and together with local banks. When the bubbles burst and banks began to fail, governments decided to bail them out, protecting banks’ creditors. Banks’ initial losses were often related to American subprime mortgages, over which European governments had no control. But when it became clear in early 2010 that Greece could not pay its debts, Merkel – together with a French trio of Jean-Claude Trichet at the ECB, Dominique Strauss-Kahn at the IMF and President Nicolas Sarkozy – took a different approach.

To avoid losses for French and German banks, they decided to pretend that Greece was merely going through temporary funding difficulties. And under the pretence that the financial stability of the Eurozone as a whole was at risk, they decided to breach the legal basis on which the Eurozone was formed – the “no-bailout rule” – and lend to the Greek government so that it could repay those foreign banks and investors. Further loans from EU governments to Ireland, Portugal and Spain followed, primarily to bail out local banks that would otherwise have defaulted on their borrowing from German and French banks and other financial investors.

As a result of these bailouts, the bad lending of private banks has become obligations between governments. […]

[…]

(Philippe Legrain im Interview; via; Hervorhebung von mir)

Legrain war 2011-14 Chef eines Teams, das EU-Kommissionspräsident Barroso in ökonomischen Fragen beraten hat. Ganz offensichtlich sind die fatalen Fehlentscheidungen in der laufenden Eurokrise keinesfalls auf mangelnden ökonomischen Sachverstand zurück zu führen. Legrains Analyse stimmt weitgehend mit jener überein, die von angelsächsischen Ökonomen wie Paul Krugman und Josef Stieglitz vertreten wird. Wie seine amerikanischen Kollegen hatte auch er Zugang zu Entscheidern auf höchster politischer Ebene – sein Standpunkt wurde dort angehört. Man kann darüber debattieren, ob der dort auch verstanden wurde. Fest steht jedenfalls, daß er nicht zur Grundlage für das politische Handeln wurde. Die Frage wäre, warum das so war. Zur gegenwärtigen Stunde kann man wohl nur eines festhalten: die Antwort auf diese Frage kann unmöglich simpel sein.


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