Die schweigende Mehrheit (hier: Marusha) über Angela Merkel
Zu meinem letzten Eintrag paßt ganz gut die Debatte über das Interview, das die Techno-DJ Marusha der Welt gegeben hat.
Hier wird vorgeführt, wie ein gewisser Teil der Mehrheit tickt. Die Analyse des Interviews von Sascha Lobo ist da durchaus hilfreich, weil sie sich einigermaßen ernsthaft an den einzelnen Statements abarbeitet.
Trotzdem macht man sich etwas vor, wenn man nach dem Lachen über die intellektuelle Null, die Marusha fast allzu perfekt verkörpert, zum Tagesgeschäft zurückkehrt. Auch Frank Lübberding trifft da mE. nicht wirklich den Kern.
Ich verweise, einmal mehr, auf meine Überlegungen über den Konstruktivismus: Menschen suchen – wie alle „biologischen Systeme” – nach Ursachen für all das, was in ihrer Welt geschieht. Das ist kein rationaler Prozeß. In den Äußerungen von Marusha läßt sich dafür ein Beispiel finden. Die Forderung nach Rationalität (wie sie mE. Lübberding und Lobo machen) läuft so ins Leere und an einer Wirklichkeit vorbei, die es so nicht gibt.
Das alles sind Fakten, die man nicht bestreiten, allenfalls ignorieren kann
Jenseits verfrühter Nachrufe und ungewisser Niederkünfte zeichnen sich drei große Tendenzen ab, deren Bilanz zunächst einmal zu ziehen ist: Die massive Zunahme der sozialen Ungleichheit, die Aushöhlung der politischen Demokratie und das Schwinden der nationalen Souveränität.[…]
[…]
Der Mythos von der sozialen Mobilität ist der Angst vor dem sozialen Abstieg gewichen. Ein Arbeiter hat heute keine Aussicht mehr, Unternehmer zu werden, Journalist, Bankier, Universitätsprofessor, Politiker in verantwortlicher Position.[…]
[…] Vor zwei Jahren erklärte ein amerikanischer Student: "Ich habe 75 000 Dollar Schulden. Bald werde ich meinen Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen können. Mein Vater hat für mich gebürgt und wird meine Schulden bezahlen müssen. Dann wird er insolvent, und ich habe meine Familie ruiniert, weil ich aufsteigen wollte." Er wollte den amerikanischen Traum "vom Tellerwäscher zum Millionär" leben, und seine Familie wird seinetwegen den umgekehrten Weg gehen.
[…] Die Familie Walton, der die Supermarktkette Walmart gehört, besaß vor 30 Jahren das 61 992-Fache des Medianvermögens in Amerika. Das war noch nicht genug, heute besitzt sie das 1 157 827-Fache. Die Waltons allein haben so viel Geld angehäuft, wie die 48 800 000 ärmsten Familien der USA zusammen besitzen.
[…]
Serge Halimi nennt Zahlen und setzt sie in einen Zusammenhang, den man auch dann nachvollziehen kann, wenn einen spätestes bei der neunten Null (Billion) die Vorstellung verläßt: „Die 63 000 Menschen (davon 18 000 in Asien, 17 000 in den Vereinigten Staaten und 14 000 in Europa), die mehr als 100 Millionen Dollar besitzen, verfügen zusammen über ein Vermögen von 39 900 Milliarden Dollar.”
Zur Relation: „2011 belief sich das Weltsozialprodukt auf rund 70 000 Milliarden Dollar”; dazu steuerte Deutschland, laut Statistischem Bundesamt, mit seinen ca. 80 Millionen Einwohnern ca. 2 500 Milliarden Euro bei.
Das alles sind Fakten, die man nicht bestreiten, allenfalls ignorieren kann (wobei man letzteres – in einer großen Übereinkunft zwischen all jenen Bewohnern des Abendlands, die noch nicht von den Folgen des wohl umfassendsten Umbau der Gesellschaft seit dem 2.Weltkrieg unmittelbar betroffen sind – auch tut). Unbestreitbar ist außerdem, daß die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter klafft, in einem Ausmaß, wie man sich das vor 30 Jahren nicht einmal im Milieu von Gewerkschaftern, Sozialdemokraten, oder Linksintellektuellen vorstellen konnte.
Streiten kann man allein über die Wertung, ob all das so gottgewollt und unabwendbar ist, oder ob es Alternativen gibt.
Fotonotiz - Unschärferelation (Weserbergland)
(Alle Shots: Canon EOS D6; EF 24-105mm f/4L IS USM)
Fotonotiz - Sommerabend (Hameln)
Die Ergebnisse, die man mit einer Kamera mit Vollformat-Sensor (hier: der Canon EOS D6) bekommt, muß man nicht mehr allzu aufwändig nachbearbeiten. Photoshop wird zu einem Werkzeug bei der Entwicklung von Fotos, wo alle „Effekte“ bereits in die ursprünglichen Shots „eingebaut“ sind.
Ich habe, bei den Fotos oben, einige Farbkorrekturen gemacht, und hier und da mit zwei unterschiedlichen (Photoshop-)Masken für Vorder- bzw. Hintergrund gearbeitet; dabei habe ich nur versucht, die ursprüngliche Bildidee zu verdeutlichen. Filtereffekte o.ä. sind da schlicht überflüssig.
Joss Whedon - William Shakespeare’s Much Ado About Nothing
Amy Acker
[…]
“Much Ado” was shot cheaply and quickly while the director was occupied with the mighty labor of “The Avengers,” and it is in every way superior to that bloated, busy blockbuster. Also shorter. Do not suppose that this is reflexive literary snobbery or a preposterous apple-and-orange comparison. Shakespeare’s knotty double plot, propelled by friendships, rivalries and a blithe spirit at once romantic and cynical, is a better vehicle for Mr. Whedon’s sensibilities than the glowering revenger’s tale that every superhero movie is forced, these days, to become.
[…]
Selbst der ehrwürdigen New York Times fällt es schwer, die Begeisterung über Joss Whedons Adaption von Shakespeares Komödie zu unterdrücken. Ich bin sehr gespannt auf diesen Film (zumal die Besetzungsliste die Begegnung mit einigen meiner Lieblingsschauspieler aus dem Whedonverse verspricht).
The Ulitimage Photo Shoot Location - Targeting Earth Photographs From Orbit
Bei Flickr finden sich einige weitere Links zum Thema Space, the final frontier.
xkcd: Dwarf Fortress
Im Zusammenhang mit dem Skandal um das Prism-Project der NSA ist das ein Aspekt, auf den man erst einmal kommen muß.
Thanks, Randall Munroe.
Flickr
Ich habe einen Account bei Flickr eingerichtet, und dort, in einem ersten Experiment, meine Kreta-Fotos hochgeladen.
Ich habe keine Vorstellung, was das für Folgen hat (abgesehen davon, daß ich meine Fotos an einen Raum stelle, in dem meine Rechte als deren Urheber weitgehend ungeklärt sind). Vielleicht jedoch sieht die Fotos dort jemand, der etwas dazu zu sagen hat.












