14.7.2015

#ThisIsACoup - dies ist ein Staatsstreich

Mit einer beispiellosen Machtdemonstration hat Berlin die Regierung Griechenlands gedemütigt, an den Rand des Zusammenbruchs getrieben und Athen seiner Souveränität in zentralen Bereichen staatlichen Handelns beraubt. […] Griechenland wird damit de facto zu einer Art Protektorat nicht demokratisch gewählter Finanzinstitutionen.

(German Foreign Policy)

Zu dem Thema ist viel geschrieben worden die letzten Wochen; ich habe es nicht hinbekommen, irgend etwas sinnvolles hinzuzufügen. Es bleibt ein Gefühl ohrenbetäubender, hilfloser Ohnmacht, und nicht einmal dies kann ich angemessen formulieren. Nach dem 15.9.2008 dürfte sich der 13.7.2015 (oder die Wochen darum) in zukünftigen Geschichtsbüchern wiederfinden.

Zumindest auf das Interview mit Yanis Varoufakis kurz nach dessen Demission (im New Statesman) möchte ich hier hinweisen.

11.6.2015

Ornette Coleman (*9. März 1930 – †11. Juni 2015)

„Lonely Woman”, vom Album „The Shape Of Jazz To Come” (1959; Ornette Coleman, Don Cherry, Charlie Haden, Biily Higgins)

29.5.2015

Adele - Rolling in the Deep

Das Video verlinke ich nicht, weil ich es besonders mag (ich finde es allerdings auch gar nicht so schlecht). Ich habe andere Gründe:

  • Es ist von 2010, also recht aktuell.
  • Die Instrumente sind akustisch – Gitarre mit Nylonsaiten zu Beginn; das Schlagzeug ist geradezu ein Gegenentwurf zu den Computerbeats von Rap, Techno und Co. (wobei: der Clicktrack kommt immer noch von der Maschine).
  • Der Song lebt zuerst von einer guten Stimme. Adele ist das glatte Gegenstück zu Taylor Swift - und zwar nicht nur, aber explizit auch in Bezug auf die Vorstellung ihrer Körper.
  • Der Song hat – im Moment, in dem ich dies schreibe – bei YouTube 656.354.438 „Views” und 2.293.405 „Likes”. Das ist, selbst für amerikanische Verhältnisse, eine Menge (ich konnte, beim ersten Hinsehen, die Zahlen nicht glauben).
  • Ich verkneife mir kurzschlüssige Zuordnungen. Interessant (richtig richtig gut) finde ich, daß mehr als eine halbe Milliarde Menschen einer Frau zu Füßen liegen, die, in ihrer so gar nicht Hollywood-normierten Erscheinung, nur gut singen kann.

    26.5.2015

    Notiz - Gregor Gysi über Distanz

    Gregor Gysi: Wobei, ich werde Ihnen mal eine Geschichte erzählen, aus der DDR…

    Tilo Jung: Du kannst mich duzen…

    Gregor Gysi: Ja, ich weiß, ich duze dich auch schon. Fast immer. Aber wenn ich aus der DDR erzähle, dann muss ich dich siezen…

    (Krautreporter)

    21.5.2015

    Zum Streik der Gewerkschaft der Lokführer (GDL)

    […]

    Bitte den gesunden Menschenverstand einschalten: Warum sollten mehrere Tausend GDL-Mitglieder scharf darauf sein, „einfach so“ zu streiken – um des Streiks willen? Sie haben bei diesem Streik die Medien und viele Fahrgäste gegen sich. Sie erleiden in jedem Fall – auch bei dem nun erhöhten Streikgeld – deutliche Einkommensverluste. Es gibt am Arbeitsplatz nervenaufreibende Gespräche mit Kollegen, die anderer Meinung sind. Das Verhältnis zum Vorgesetzten oder zum Arbeitgeber verhärtet sich. Teilweise, so bei befristeten Arbeitsplätzen, droht bei einer Unterstützung für den Streik der Arbeitgeber mit dem Verlust des Arbeitsplatzes. Es ist schlicht unsinnig zu glauben, dass Tausende Gewerkschafter diese negativen Reaktionen auf sich nehmen – einfach so. Ihre Gründe, so zu handeln, müssen vielmehr höchst handfeste sein. […]

    (Streikzeitung; Via)

    So einfach ist das. Und so einfach ich es finde, auf dieser Basis mit dem Nachdenken zu beginnen, so hilflos staune ich über all jene, die nicht einmal ansatzweise Verständnis für die Lage von Menschen aufbringen, die mit ihnen gewissermaßen auf der gleichen Stufe der Leiter stehen. Statt dessen ist es offenbar Mehrheitsmeinung (oder zumindest hoffähig), den Ansichten jener hinterher zu plappern, die einen im alltäglichen Leben von oben her zuscheißen.

    Diese Scheiße-Metaphern, in Bild und Sprache – generell diese schwarz-weiß-Zuspitzungen in Agitprop-Manier –, sind meine Sache nicht. Spätestens hier, wenn es um den Kampf um Grundrechte im Widerschein angeblich längst überwundener Klassengegensätze geht, macht es aber wohl schon Sinn, eindeutig Position zu beziehen.


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