24.10.2014

Kathryn Janeway vs. Carrie Mathison

„Starke Frauen“ findet man heute, vermeidlich, überall. In der Popkultur ist dies eine Figur, die mehrheitsfähig wurde. Ian Grey's Artikel macht deutlich, daß dies nur eine Illusion an der Oberfläche ist:

[…]

Watching Voyager today still a delight, but it's also illuminating in ways that aren’t so delightful. It’s impossible not to feel crestfallen at the systemic de-evolution that we've seen  since.

[…]

In the meantime, the self-determined female leads of Voyager -- and Buffy, and a handful of other unusual genre series -- have been supplanted by strong female characters that aren't really as strong as they seem.

[…]

Homeland's Carrie Mathison is a bipolar wreck. The reporter Zoe Barnes on House of Cards is a semi-sociopath who sleeps with a powerful man twice her age to get scoops. The female characters on The Newsroom feel like a man's condescending fantasy of how smart professional women acted thirty years ago, only needier. The Following demands that Claire Matthews either beg her serial killer ex-husband not to gut her, or her alcoholic wreck of an ex-lover to save her.

[…]

Quelle

18.10.2014

Der Kapitalismus - Arte

Erster Teil der Reihe „Der Kapitalismus“ auf Arte.

Adam Smith's Modell kann die Wurzeln der Marktwirtschaft nicht erklären. Wieso konnte es sich trotzdem durchsetzen?

Michael Hudson kommt zu Wort; David Graeber erklärt, daß es nie so etwas wie eine Tauschgesellschaft gegeben hat (eine zentrale, jedoch empirisch widerlegte These für die Plausibilität des gesamten Theoriegebäudes der klassischen Ökonomie); China entdeckte Amerika vor Kolumbus; der Sklavenhandel im 16.Jh ist das entscheidende Treibmittel bei der Verbreitung der auf Schulden basierenden kapitalistischen Wirtschaftsweise; usf.

Sehr sehenswert (und, eher nebenbei, ein Hinweis darauf, daß die öffentlich-rechtlichen Fernsehsender doch noch nicht gänzlich im Würgegriff von Politik, Wirtschaft, und Lobbyismus erstickt sind).

8.10.2014

Thea Hjelmeland

Perfume

Das Pattern zu Beginn ist im 5/8tel-Takt, oder? Irgendwo ist da ein Achtel zuviel, oder sind das eher 4-1/2 Achtel? – ist es nicht; doch ein 2/4-Takt in einer irritierenden Betonung der Noten auf dem letzten Achtel in der Phrase? – man kann den Puls jedenfalls nicht (allenfalls stellenweise) mitklopfen.

Wobei: das ist total egal. Ich erwähne das nur, um dem Verdacht zu entkräften, dies sei ein belangloses Getändel (wenn man sich denn der Magie des Songs überhaupt entziehen kann).

It's Too Late

Der Song im Video oben ist rhythmisch eher einfach gestrickt, wobei die Klangfarben des Orchesters außerordentlich kunstvoll gemischt sind – etwas völlig anderes als „Perfume”, und trotzdem, beim Hören, irgendwie und -wo mit dessen Konzeption verwandt.

Ich bekomme das, analytisch, nicht recht auf den Punkt (was, wie oben schon erwähnt, sowieso total egal ist).


Thea Hjelmeland spielt morgen Abend im Nachtasyl – ich bin werde dort sein; sehr gespannt.


Nachtrag: Das Konzert liegt hinter mir, und ich habe gerade die CD auf dem Kopfhörer, die ich noch im "Nachtasyl" kaufte.

Das Album („Solar Plexus” - Amazon-Link) ist richtig spannend, und spielt in einer ganz eigenen Liga (die verlinkten Videos oben geben einen recht guten ersten Eindruck, in welche Richtung das geht). Wenn man es nur einen Tag nach dem Konzert hört – wenn man die Songs noch in ihrer „Live”-Inkarnation in Erinnerung hat – wirkt es seltsam enttäuschend. Hjelmeland ist auf der Bühne derart präsent, daß (im unmittelbaren Vergleich mit einem reproduzierbaren Kunstwerk, wie der CD) das gar nicht anders sein kann.

Selbst nur der Versuch zu beschreiben, was mich da gestern geradezu umgehauen hat, macht wenig Sinn. Man muß Hjelmeland live erleben, um meine Sprachlosigkeit nachzuvollziehen (und wohl auch das Glück haben, Teil eines höchst konzentriert zuhörenden Publikums zu sein, wie das im Nachtasyl der Fall war).


Vielleicht habe ich doch zumindest eine Annäherung:

Thea Hjelmeland
(Foto: Havana World)

Der letzte Song auf dem Album wie beim Konzert ist „Cold Hands“, eine Totenklage („Cold hands, watch me pray / God disappears as you fade“). Die musikalischen Mittel legen nicht unbedingt nahe, wovon der Text handelt; allenfalls die nun bis ins Letzte zugespitzte Sparsamkeit der Mittel (genau nur ein Riff von der Gitarre; eine ständig wiederholte Phrase im Gesang) gibt einen Hinweis.

Bei der Studioaufnahme ist der Kontrast (zum Rest der Songs) fast glattgebügelt: das Tempo ist gleichförmig und wie am Marschieren; die Stimme wird mit einem Effekt gedoppelt und kommt gewissermaßen überlaut von rechts und links aus den Lautsprechern.

Anders Live. Jene Intensität – von Rhythmik, Stimme –, die es mir vorher selbst in den leisesten Passagen fast unmöglich gemacht hatte, auf meinem Platz still sitzen zu bleiben, wirkt wie weggefegt. Die Gitarre wird zum Leierkasten, und die Stimme kommt aus der mittleren Lage ihres tiefen Registers nicht heraus – man kann kaum anders, als auf den Text zu achten. Dazu braucht es keine besonderen Ausdrucksmittel im Gesang, und keiner Schauspielerei. Es wird unvermittelt klar, worum es hier geht.


Nachtrag 2: Die beiden oben verlinkten Songs in einer Live-Version, Thea Hjelmeland Solo:

1.10.2014

Wenn der Mond hell wird

Wenn der Mond hell wird vor der Kulisse der untergehenden Sonne;
vier schmale weiße Streifen von entfernten Fliegern waagerecht, weit über dem Horizont;

wenn der Mond hoch am Himmel steht, sein knappes Licht über das Meer verteilt, über Stunden niedersinkt – sein Licht von Weiß in schmutzig Gelb, dann tiefes Ocker geht;

ein Kreuzfahrtschiff über die Stadt herüber fährt, wie im Versuch der Nacht das Licht zu stehlen.

Wenn was war und was wird im Blick verschwindet.

29.9.2014

Dubrovnik (3)

Eine Sammlung meiner Fotos aus Kroatien habe ich auf meinen Flickr-Account hochgeladen.


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