Photoshop-Welten (LAB)
Das LAB-Farbmodell setzt sich zusammen aus L (lightness), A (green-red-axis), und B (blue-yellow-axis). Wenn ich das richtig verstehe, sind die A+B-Komponenten identisch mit den Einstellungen für den Weißabgleich: B=Farbtemperatur (je blauer, desto kleinere Werte, und desto kälter), und A="Tint" (Photoshop-Terminologie; "Feinabstimmung" in jener von Olympus-Studio). - Soweit bin ich.
Was aber, ums Verrecken, macht "Strg-Alt-3", nachdem man in den LAB-Modus von Photoshop geschaltet hat? Es erscheint eine Selektionsmaske aus dem Nirgendwo, die sich laut Scott Kelby auf den Lightness-Kanal bezieht, und die man, eines seiner Tutorials zufolge, für tolle Dinge (hier: Scharfzeichnen) verwenden kann. Bloß: was, genau, wird hier mit dem Keyboard-Shortcut ausgelöst? Was für Schritte verbergen sich hinter dem Shortcut, und wie erreicht man sie alternativ über Dialoge/Menus? Ich stoße da auf eine echte Barriere, die sich auch mit Google und der Lizenz, im (gar nicht so schlechten) Online-Hilfeangebot von Adobe stöbern zu dürfen, nicht auflösen läßt
Mittlerweile scheint es üblich, nicht mehr die prinzipielle Funktionsweise von Software zu vermitteln, sondern Schritt-für-Schritt-Anleitungen für Spezialanwendungen zu verkaufen. Wenn ich Scott Kelbys Buch richtig lese, ist diese Herangehensweise mittlerweile auch unter sog. Profis verbreitet - Kelby bedankt sich mehrfach bei Kollegen, die ihm den einen oder anderen "Trick" verraten hätten und es ihm (ausnahmsweise) erlauben, den auch in seinem Buch zu verraten.
Photoshop-Welten (2)
In der letzten Zeit bin ich damit beschäftigt, mich in Photoshop einzuarbeiten. Ich habe mit dem Programm zwar schon früher gelegentlich – mit einer Raubkopie aus der Mitte der 90er Jahre – herumgespielt, aber nie versucht, damit ernsthaft Ergebnisse zu erzielen. Das sieht gerade anders aus, und ich habe mittlerweise einige Freizeit investiert, mich durch Einführungen und Tutorials zu kämpfen. - Dabei lerne ich überraschend viel, wie Userinterfaces (nicht) funktionieren, wenn man als Einsteiger vor einem hinlänglich komplexen Programm sitzt.
In all jenen Applikationen, die ich sonst täglich nutze, kenne ich mich mit großer Selbstverständlichkeit aus, und habe die Perspektive des Neulings längst verlernt. Dabei waren die Programme, mit denen ich vor über zwanzig Jahren begonnen habe, nicht annähernd so tief (bzw. verworren), wie dies heutige, an eine ganze Generation von speziallisierten Anwender adressierte Anwendungen zuweilen sind. Insofern ist es auch für meine Arbeit an Cubase grundsätzlich lehrreich, vor einem Programm zu sitzen, bei dem ich, als Neuling, selbst grundlegende Arbeitsschritte, den „Workflow“, nicht verstehe oder kenne, ja, nicht einmal antizipiere.
Das nebenstehende Foto stammt vom Berliner Hauptbahnhof, und das Original illustriert ein typisches Problem in der (digitalen wie analogen) Fotografie: die Szenerie ist derart kontrastreich, daß sie zwar das menschliche Auge ohne weiteres entschlüsselt, nicht jedoch der reduzierte Kontrastumfang einer Kamera. Der Blick durch das Glasdach in die Schneelandschaft draußen ist deutlich und scharf, während der Innenraum komplett in Schwarz versäuft. Dabei ist nicht etwa die Belichtung falsch gewählt: mit einer größeren Blende bekäme man zwar mehr Licht auf den Innenraum, wobei dann aber im Fenster lediglich konturloses Weiß zu sehen wäre.
Eine erste Möglichkeit, hier zu korrigieren, bietet die Veränderung der Farbkontraste. Man kann die „Tiefen“ (also die sehr dunklen Bereiche) heller machen, und die „Lichter“ (die hellen Bereiche) im Gegenzug dunkler. Die meisten Programme zur Fotobearbeitung bieten hier zumindest eine rudimentäre Funktionalität, die jedoch durchgängig nur wenige Steuerungsparameter bietet und nicht wirklich brauchbar ist. In Photoshop kann man den Farbverlauf direkt im Histogramm verändern – besser noch: in CS4 gibt es ein Tool, mit dem man direkt im Foto eine Stelle anklickt, um durch Mausbewegung den Farbverlauf an- oder abzuheben (Die Profis, die ich gesprochen habe, meckern an, daß es in CS4 im Vergleich zum Vorgänger keine wirklich neuen Funktionen gibt. Das ist wohl richtig – für mich bedeutet aber das neu gestaltete Userinterface für die Farbanpassung, daß ich auch ohne mehrjährige Erfahrung mit der Software rasch zu brauchbaren Ergebnissen komme).
Noch besser geht es, wenn man mit Masken arbeitet. Masken in Photoshop sind letztlich nichts anderes als Clip-Regions, wie sie zuerst auf dem Apple-Macintosh Mitte der 80er implementiert wurden, und selektieren bestimmte Bildschirmbereiche, auf die man dann die Wirkung einer bestimmten grafischen Funktion beschränken kann. In diesem Fall habe ich mit dem „Magic-Wand-Tool“ die dunklen Bereiche markiert und dort schlicht die Helligkeit angehoben. Die Lichter bleiben hingegen unverändert, und werden nicht matschig, wie im vorherigen Versuch.
Das vierte Bild ist schlicht ein Trick, bei dem dieselbe Maske in Schwarz-Weiß konvertiert wurde, während der Rest bleibt, wie er ist. Das ist natürlich kein Nachbearbeiten – oder „Entwickeln“ einer RAW-Datei – mehr, sondern ein Effekt. Man mag zu solchen Manipulationen unterschiedlicher Meinung sein – in diesem Fall ist m.E. die Bearbeitung aber gar nicht weit vom Original entfernt, sondern betont und variiert nur den ursprünglichen Effekt des „Versaufen“.
All diese Spielereien waren eine Sache von wenigen Minuten, und ich würde dafür auch nicht stundenlang vor dem Computer sitzen, wie dies die Profis zwangsläufig tun. „Einfach” wurde das freilich erst, nachdem ich – teilweise, in einem gewissen Rahmen – die prinzipiellen Zusammenhänge kapiert hatte.
(Bei Adobe TV findet sich eine ganze Serie interessanter Videos und Tutorials, u.a. eine beeindruckende Demo der „Mask“-Funktionalität.)
Mr Sax - Sampling Modeling
Das Video sollte man – zumindest für einige Sekunden – blind starten und nur anhören, und erst dann genauer hingucken, wer da was spielt.
Erschreckend, nicht wahr? Es ist natürlich klar, daß nicht jeder ein Keyboard so bedienen kann, daß man das Ergebnis von einem echten Saxophon prinzipiell nicht mehr unterscheiden kann. Dennoch sind die virtuellen Instrumente von Sample Modeling (neben den Saxophonen - Alt, Tenor und Bariton - gibt es noch eine nicht minder beeindruckende Trompete) in meinen Augen ein überaus beeindruckendes Stück neuer Technologie (was nicht heißt, daß ich es mag).
Korg-Wavedrum
Die Korg-Wavedrum gab es vor ca. 15 Jahren schon einmal, und stand auf der Wunschliste vieler Drummer recht weit oben - wobei sie sich damals kaum jemand leisten konnte. Die Neuauflage, die seit einigen Wochen erhältlich ist, ist hingegen durchaus erschwinglich.
(Für diese Werbeeinblendung hätte ich jetzt gerne ein kostenloses Rezensionsexemplar.)
Photoshop-Welten
Nachdem ich am Wochenende etwas tiefer in ein Demo von Photoshop eingestiegen bin und u.a. einige der Tutorials in Scott Kelbys Buch[1] über Photoshop CS4 durchgearbeitet habe, bin ich der Meinung, daß es wohl doch der Mühe wert ist, sich in das Programm einzuarbeiten, und sich auch die nicht gerade schmale Investition in eine legale Kopie lohnen dürfte.
Dabei ist schon „Adobe Bridge“ in Verbindung mit „Camera Raw“ (beides ist im Lieferumfang von Photoshop enthalten) derart leistungsfähig, daß es wohl mehr als neunzig Prozent aller Anwendungen abdecken wird. Auf „Adobe Lightroom“ kann man da jedenfalls getrost verzichten, von „Olympus Studio“ ganz zu schweigen.
Erwähnenswert finde ich das „Straighten Tool“ von Camera Raw, mit dem man Fotos drehen kann, die man mit schief gehaltener Kamera geschossen hat: man zieht mit der Maus eine (horizontale oder vertikale) Linie über einen schiefen Gegenstand, den man gerade bekommen will, und voilà: das Foto wird im damit vorgegebenen Winkel gekippt und gleich so beschnitten, daß keine weiße Flächen an den Ecken entstehen. Damit kann man wohl 99% aller „Crop“-Operationen mit einer Mausoperation erledigen, die sonst mehrere Minuten Fummelei (pro Foto!) kosten.
Ein anderes Beispiel ist das Feature von Bridge, eine Serie von Fotos zu einem sog. Stack zu gruppieren. In der digitalen Welt kostet ein Foto nichts, und ich tendiere dazu, von einem Motiv eine größere Anzahl verschiedener Versuche aufzunehmen. Wenn man das beste Foto aus solch einer Serie heraussuchen will, ist es durchaus hilfreich, im ersten Gang durch eine Fotosession (mit möglicherweise mehreren hundert Bildern) solche Serien in einen „virtuellen Ordner“ zu schieben – dabei kann man einen Stack in Bridge wie ein einziges Foto verwalten, bei dem nur ein (ausgewähltes) Bild oben liegt und sichtbar ist.
Wenn man tiefer einsteigen will (oder muß), kommt man um Photoshop m.E. nicht herum. Wenn man z.B. einmal versucht hat, eine Maske in Gimp mit dem „Magic Wand Tool“ zu definieren, und das dann mit der Qualität und Akkuratesse der entsprechenden Funktionalität in Photoshop vergleicht, dürfte klar werden, warum.
Dabei ist Photoshop keinesfalls fehlerlos. Ich habe z.B. eine ganze Weile gebraucht, um zu herauszubekommen, warum zunächst die skalierte Darstellung auf dem Bildschirm absolut katastrophal ausfällt - „Image Interpolation“ ist in den Preferenzen auf einen Wert voreingestellt, der jede schräge Linie in einen Alptraum aus deutlich sichtbaren Pixeln verwandelt.
Auf der anderen Seite ist es auch nicht die Katastrophe in der Bedienung, als die es auf den Blick erscheint. Wenn man kapiert hat, daß man mit den Tools nicht (oder eher selten) malt, sondern bearbeitet, und die Ebenen nicht sichtbare Layer definieren, sondern Bearbeitungsschritte zusammenfassen, kann man schon halbwegs intuitiv arbeiten.
Ich habe mein Paket jedenfalls bestellt - und zwar via Amazon.uk für ca. 2/3 des Preises, den Amazon/Deutschland verlangt, dem schwachen Pfund sei Dank.
- [1] Das Buch kann ich übrigens nur mit Einschränkungen empfehlen.
Displaying DNG thumbnails in Windows XP
- Open Notepad;
-
Paste the following lines into the editor window:
Windows Registry Editor Version 5.00 [HKEY_CLASSES_ROOT.dngShellEx {BB2E617C-0920-11d1-9A0B-00C04FC2D6C1}] @="{3F30C968-480A-4C6C-862D-EFC0897BB84B}"
- Save file;
- Double click file;
- Confirm that you want to add to the Windows registry.
(Via; Hintergrund)
Das DNG-Format („Digital Negative”) ist Adobes Antwort auf die ausufernde Anzahl verschiedener RAW-Formate, die sich je nach Hersteller und Kamera unterscheiden, und bei denen nur sicher ist, daß sie in wenigen Jahren vergessen und von keiner Software mehr auslesbar sind. DNG hingegen ist ein offenes Format, bei dem man davon ausgehen kann, daß es solange unterstützt werden wird, wie Adobe Software herstellt.
Mit dem oben stehenden Registry-Trick kann man DNG-Dateien von Windows XT als Thumbnails darstellen lassen – sehr nett, wie ich finde, auch wenn man alle Fotos nur im Querformat sieht.



