28.1.2015

Wahlen in Griechenland: Syriza koaliert mit Rechtsaußen

Das Wahlergebnis vom 25. Januar ist klarer ausgefallen, als es die meisten Beobachter erwartet haben. […] (Alexis Tsipras) sprach von der historischen Aufgabe der Syriza, die Zukunft des Landes zu gestalten. Der 25. Januar biete der griechischen Linken diese Chance „zum ersten Mal“ – um fast beiläufig hinzuzufügen: „oder zum letzten Mal“. Tsipras und seine Mannschaft sind sich offensichtlich sehr wohl bewusst, dass die eigentliche Bewährungsprobe für die erste linke Regierung noch bevorsteht.

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Da die Syriza die absolute Mehrheit der Parlamentsmandate knapp verfehlt hat, musste sie eine Koalitionsregierung bilden. Tsipras hat es vorgezogen, sich auf einen höchst umstrittenen Bündnispartner einzulassen: die Rechtspopulisten um Panos Kammenos.

[…]

Für die meisten griechischen Linken sind die „Unabhängigen Hellenen“ im Grunde ein völlig undiskutabler Partner.

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Ich muss an dieser Stelle gestehen, dass die Koalitionsentscheidung der Syriza mich nicht nur überrascht, sondern auch schockiert hat. In meinen Einschätzungen war ich letztlich davon ausgegangen, dass Tsipras und die Linkspartei sich niemals mit einem solchen politischen Bettgenossen einlassen werden.

[…]

(NDS)

Der Text von Niels Kadritzke ist bisher der einzige Kommentar zu den äußerst eigenartigen Vorgängen nach den Wahlen in Griechenland, der zumindest ein paar plausible Hinweise gibt, was Tsipras und die Syriza im Sinn haben könnten.

25.1.2015

John Oliver: Net Neutrality

Our Top-Story tonight concerns the Internet - aka the electronic cat database.

Was John Oliver über ein überaus sperriges Thema wie Netzneutralität zu sagen hat, ist nicht nur witzig und unterhaltsam, sondern trifft exakt den Punkt.

22.1.2015

Die fiktive Öffentlichkeit der klassischen Medien

[…]

Ich bin ja durch und durch von diesen klassischen Medien geprägt. Aber wenn ich heute den Spiegel lese oder die Tagesthemen anschaue, dann bin ich kein Konsument erster Ordnung mehr, der einfach wissen will, was in der Welt geschieht und glaubt, das in diesen Medien finden zu können, sondern ein Beobachter zweiter Ordnung, den nur noch interessiert, was wollen die uns denn heute zu sehen geben, was sollen wir wie verstehen und was gar nicht erst wissen.

[…]

[…] Im Journalismus gibt es ja auch eine handwerkliche Seite, es gibt bestimmte Regeln, die ziemlich einfach sind. Um nur ein Beispiel zu nennen: Wenn am 7. Januar in Paris zwei vermummte Typen mit MP aus dem Auto springen, „Allah Akbar!“ oder Ähnliches brüllen und anschließend eine ganze Zeitungsredaktion niedermetzeln, dann müsste jeder Qualitätsjournalismus mit der Feststellung beginnen, dass die Täter ganz offenbar Islamisten darstellen wollten – was zugleich heißt, dass es auch Täter gewesen sein könnten, die genau diesen Eindruck erwecken wollten ohne deswegen zwingend auch Islamisten zu sein. Denn selbst wenig reflektierte Kollegen sollten allmählich verstanden haben, dass gewisse Sachen nur geschehen, um einen bestimmten Anschein zu erwecken

[…]

(Walter van Rossum auf den Nachdenkseiten)

21.1.2015

Herbie Hancock, Esperanza Spalding, Leo Genovese, Wayne Shorter, Terri Lyne Carrington

Herbie Hancock, Wayne Shorter (ältere Herren, die nun jeder kennt), Esperanza Spalding (auf deren erstes Album ich schon hingewiesen hatte) liefern hier einen Hinweis, daß zeitgenössische Varianten in der Tradition der afro-amerikanischen Musik (aka Jazz) nach wie vor überaus lebendig sind.


Nachtrag:

Herbie Hancock, Wayne Shorter mit Dave Holland.


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