7.6.2009

Kommunikation & Herrschaft (2)

(Es gibt) eine sehr schöne Definition von „Autorität”, die ich Habermas einmal als Ersatz für sein Verständnis von „Herrschaft” angeboten habe. […] (Sie definiert Autorität) als „capacity for reason elaboration”, […] also als Fähigkeit, Gründe anzugeben, die aber als Fähigkeit schon wirkt. Wenn man immer fragt, welche Gründe man hat, und für die Begründung dann wieder Gründe sucht, stößt man auf die Unmöglichkeit ständigen Rückgehens in die Vergangenheit. Autorität wirkt dann als eine Unsicherheitsabsorption, als eine Art von Vereinfachung, die es ermöglicht, aufgrund der Annahme, jemand könne seine Gründe angeben, warum er dieses Thema und kein anderes nimmt, in der Kommunikation fortzufahren. […] Diese Gedankenlinie von Autorität und Unsicherheitsabsorbtion, von Vereinfachung, Reduktion von Komplexität, als Voraussetzung […] des Anschließens von Operationen sollte in die Kommunikationstheorie […] an sehr fundamentaler Stelle eingebaut werden.
(Niklas Luhmann. Einführung in die Systemtheorie. Heidelberg 2002. S.304)


Da werde ich demnächst mal das Elektronenmikroskop unter dem Sofa hervorkramen müssen. Luhmann hat hier nämlich m.E. die richtige Methode, aber den falschen Blick. Er sieht ja die Rolle des Beobachters, der andere Beobachter wahrnimmt - er verkennt aber die Mechanismen, die Ideologie produzieren, und erkennt nicht, wenn er ihnen selber auf den Leim geht.

(Später mehr. - Teil 1)

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