28.2.2009

Michael McCollum - Die Segel von Tau-Ceti

Als Mitte des 22Jh. ein Sternenschiff sich langsam dem Sonnensystem nähert, dessen gewaltige Segel man schon aus großer Entfernung sehen kann, schickt man ihm hastig ein Raumschiff entgegen, um zu erkunden, welche Absichten die Aliens haben. Man stößt auf Wesen, die bereits seit Jahrhunderten unterwegs sind, um - nachdem ihr Heimatstern in einer Super Nova verglühte - auf der Erde eine neue Heimat zu finden. Sie sind derart darum bemüht, den Menschen zu gefallen, daß sie bereits deren Sprache gelernt und selbst Gestik und Körpersprache so angepaßt haben, daß man sie unmöglich falsch verstehen kann. Das tut man am Ende natürlich dennoch - und zwar in einem Ausmaß, das die weitere Existenz der Erde gefährdet.

Das Buch ist ein wohltuend altmodischer SF-Roman, der fast noch aus dem Golden Age stammen könnte, wären da nicht ein paar erst kürzlich denkbare Motive wie Gehirntransplantate, mit denen man man Computer steuern kann, und ähnliches mehr. Die klassischen Naturgesetze werden hier nicht außer Kraft gesetzt, und die Reise vom gut zwölf Lichtjahre entfernten Tau-Ceti dauert mehr als zwei Jahrhunderte. Generell geht es nicht um die Erfindung neuer Technologien und Wissenschaften, sondern um die Konstruktion einer Handlung, die im psychologisch-politischen Raum spielt und in sich plausibel ist, obwohl sie eine Reihe höchst überraschender Wendungen enthält - ganz in der Tradition der klassischen „Space Opera”.

Gut - das ist keine Hochliteratur, und auch in der SciFi-Literatur findet man Werke, die deutlich stringenter aufgebaut sind, und deren Helden nicht derart stereotyp gestrickt sind wie hier. Hinzu kommt ein Ende, bei dem man das Gefühl hat, es mit dem ersten Band einer ganzen Sage zu tun zu haben (was nicht der Fall ist). Ohne ein hohes Lesetempo (mehr als hundert Seiten pro Stunde) hätte ich mich wahrscheinlich auch kaum wirklich fesseln lassen - die Handlung entfaltet sich über weite Strecken etwas zäh und zögerlich, und Zahl der Einfälle wie auch jene der überraschenden Wendungen hält sich in Grenzen (sechs von zehn Punkten).

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