Schlagwort: Passig, Kathrin

Notiz - Technologische Neuerungen

Die Reaktion auf technische Neuerungen folgt in Medien und Privatleben ähnlich vorgezeichneten Bahnen. Das erste, noch ganz reflexhafte Zusammenzucken ist das »What the hell is it good for?« (Argument eins), mit dem der IBM-Ingenieur Robert Lloyd 1968 den Mikroprozessor willkommen hieß. Schon Praktiken und Techniken, die nur eine Variante des Bekannten darstellen – wie die elektrische Schreibmaschine als Nachfolgerin der mechanischen –, stoßen in der Kulturkritikbranche auf Widerwillen. Noch schwerer haben es Neuerungen, die wie das Telefon oder das Internet ein weitgehend neues Feld eröffnen. Wenn es zum Zeitpunkt der Entstehung des Lebens schon Kulturkritiker gegeben hätte, hätten sie missmutig in ihre Magazine geschrieben: »Leben – what is it good for? Es ging doch bisher auch so.«

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Leseempfehlung

Im Zusammenhang mit meinem "Keller und Schleifen"-Essay möchte ich auf zwei Hacker der guten alten Schule aufmerksam machen: Joel on Software (die besten Sachen verbergen sich im Archiv, man kann da Stunden zubringen) und Paul Graham. Von letzterem stammt das Hackers and Painters-Essay, eine m.E. grundlegende Arbeit, die jeder in der IT Beschäftigte kennen sollte, wenn er die Arbeit von Softwareentwicklern beurteilen will.

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