Jedermann-Supermoto mit Lothar Schauer - Teil 3
Heute war ich zum dritten Mal in dieser leidigen Zwischenzeit beim Supermoto-Fahren auf der Kartbahn. Dabei war das ein wenig anders als die beiden letzten Male, weil die Teilnehmer, die schon zuvor bei Lothar Schauer gefahren haben, auf Einführung und Theorie-Unterricht verzichten und statt dessen drei Extra-Turns fahren durften. Das waren dann auch die, die mir am meisten Spaß gemacht haben, weil nicht fünfzehn, sondern nur sieben (oder noch weniger) Mopeds auf der Strecke waren - da war es möglich, frei zu fahren, ohne im Verkehr stecken zu bleiben.
Das war dann mein Hauptproblem in den übrigen Turns: weil ich befürchtet hatte, daß in der schnellen Gruppe wieder die sinnlose Heitzerei vom letzten Mal ausbricht (was dann ausblieb), hatte ich mich in die mittlere Gruppe einsortiert - und hatte es, gerade am Anfang, mit relativ langsamen Fahrern zu tun, die dann auch noch eine schwer berechenbare Linie fuhren. Überholen war da dann schwierig bis unmöglich. Mit fünfzehn Leuten, verteilt auf die kurze Kartbahn, kann man sich aber auch nicht genügend weit zurückfallen lassen, um wenigstens eine Zeitlang unbehelligt zu fahren.
Ich habe das dann aufgegeben und versucht, mich durch die Gruppen durchzuschummeln. Das hat - unvermutet - durchaus auch seinen Reiz: es ist schon eine Herausforderung, die eigene Speed so umzusetzen, daß man auch an jemandem vorbeikommt. Bestes Beispiel ist die Kurve nach Start&Ziel, die ich versuche, "spitz" anzufahren - bis ganz in die Kurve hinein, und (in Schräglage) stark abbremsen, dann kurz abwinkeln, und weiter. Man ist damit durchaus schneller, als wenn man sie "rund" fährt - nur hilft das keinen Millimeter weiter, wenn jemand direkt vor einem ist, der die "klassische" Linie fährt. Während man noch auf dem Gas stehen könnte, ist der Vorausfahrende schon am Bremsen - und schneidet dabei die eigene Linie. Ich habe da kein Rezept gefunden.
Besonders bemerkenswert an der heutigen Veranstaltung war aber meine erste "face to face"-Begegnung mit Dennis (mopedblog) - wir sind sogar in derselben Gruppe gefahren, und hatten in den gemeinsamen Pausen gute Gelegenheit, miteinander zu quatschen. Es ist schon eine ganz eigene Nummer, jemandem zum ersten Mal in der realen Welt zu begegnen, von dem man schon einiges weiß - an einem Blog kann man ja schon ganz gut ablesen, über welche Intelligenz sein Betreiber verfügt, oder welchen Humor er hat. Umgekehrt gilt das ebenso: ich weiß ja, daß Dennis mein Blog durchaus schätzt - da war natürlich die Gefahr im Raum, daß ich das jetzt vergeige (wobei diese Angst nach nur einem Moment verschwunden war).
Lothar Schauer ist Anfang Februar wieder in Hamburg - der Sonntag ist ausgebucht, für den Samstag waren zumindest heute morgen noch ein paar Plätze frei - und der Winter ist ja noch lang. - Hmm.
(Nachtrag: Dennis hat über das Event in seinem Blog ebenfalls berichtet - dort finden sich ein paar Fotos und sogar ein kurzes Video, wodurch man eine ganz gute Idee davon bekommt, wie es bei der Veranstaltung zuging.)
Wir hatten ja am Samstag schon darüber gesprochen aber ich hatte eigentlich keine Probleme beim Überholen. Wohlmöglich hatte ich ja auch ein wenig das "Messer zwischen den Zähnen", da mir aber zwischen den Turns keine Schläge von den anderen Fahrern angedroht wurden, ging das wohl noch in Ordnung.
Natürlich muss man für ein paar Überholmaneuver die Ideallinie verlassen und der Lern- und Trainingseffekt ist ein wenig dahin, doch eigentlich sehe das Jedermann Supermoto eher als Spaßveranstaltung. Wahrscheinlich sieht es bei den ganztägigen Veranstaltungen von Lothar Schauer ein wenig mehr so aus wie bei den Renn- und Kurventrainings, die man sonst so kennt. Geführte Runden mit Überholverbot passen da bestimmt besser ins Konzept.
Bei den Leuten, die deutlich langsamer waren als ich selber, ging das zum Schluß bei mir eigentlich auch ganz gut - nur bei solchen Fahrern, die nur unwesentlich langsamer waren, hatte ich meine liebe Not. - Aber egal, das werde ich auch noch lernen.
Bei den Trainings sind mir übrigens die am liebsten, wo man frei fahren kann, und sich nicht hinter einem Instruktor einordnen muß - und da darf dann natürlich überholt werden. Bisher fühle ich mich allerdings immer noch am wohlsten, wenn ich zu den langsameren Fahrern zähle, und brav auf der Ideallinie bleiben kann :-)
Aus der Ideallinie kann man auch (oder gerade) als langsam Fahrender schnell rausgebracht werden, wenn sich schnell noch mal jemand vor der Kurve dazwischenquetscht.
Wenn das Umfeld "kompetetiver" wird - und das sage ich Dir mal für Deine gebuchten Veranstaltungen voraus - muss man bestimmt öfter mal improvisieren was den Kurvenverlauf angeht... ;-) Aber ich finde, das ist ja auch einer der Reize am Motorsport.
Naja, erste Erfahrungen habe ich da schon gesammelt - Padborg und Spreewaldring sind ja durchaus Ernst zu nehmende Strecken, wo es reichlich Gelegenheiten gibt, jemanden auszubremesen (bzw. sich ausbremsen zu lassen).
Im allgemeinen ist das aber schon so, daß derjenige, der überholen will, von der Ideallinie herunter muß - man überholt ja idR innen, und muß dadurch eine engere Kurve fahren als der, der schön brav von außen kommt (und dann häufig noch in der nächsten Kurve die Möglichkeit hat, zu kontern).
Trotzdem hast Du natürlich recht - auf der Rennstrecke kann man nicht wie auf Schienen immer dieselbe Linie fahren; die anderen sind halt auch noch da :-)