Datenkraken 5
Wie kann man sich gegen die Datensammler wehren?
Zunächst: es gibt kein Tool, dessen Installation das Thema erledigt - das gibt es sowenig wie einen Virenscanner, der einem alle Bedrohungen vom Leibe hält. Man muß hier wie dort an seinem Netzverhalten arbeiten. So wie man es sich abgewöhnen muß, jeden E-Mail-Anhang anzuklicken, muß man sich selber verbieten, bedenkenlos jedes Anmeldeformular auszufüllen und abzuschicken.
Hier eine vorläufige, unvollständige Liste Vermeidungsverhaltens:
- Internet Explorer abschaffen. Es sei denn, man glaubt tatsächlich, Microsoft halte sich an seine Zusagen bezüglich "Privacy".
- Google-Dienste meiden. Es sei denn, man glaubt tatsächlich, Google halte sich an seine Zusagen bezüglich "Privacy".
- Cookies nach einer Session löschen (ganz abschalten wäre noch besser, aber dann funktionieren zu viele Sites nicht mehr). Gleiches gilt für Cache, Passwörter, History, und Download-History (wobei das nicht ganz so schwer wiegt wie Cookies). Wenn man Firefox benutzt, kann man das unter Extras->Einstellungen->Datenschutz festlegen.
- Möglichst wenig Datenbanken mit persönlichen Daten füttern. In vielen Fällen kommt man nicht daran vorbei - zugegeben: ich habe Accounts bei Ebay, Amazon, und einigen anderen Onlineshops: was mich aber eher naserümpfend denn glücklich macht. - Das ändert nichts an einer gewissen Grundhaltung: Veranstaltungen wie Facebook u.ä. werde ich nicht bloß um Armlänge von mir halten.[1]
- Tor installieren. Ich muß allerdings gestehen, daß meine Installation mich in Modem-Zeiten zurückversetzt hat und momentan abgeschaltet ist. Trotzdem: das Konzept ist genial, ich werde da demnächst noch Zeit investieren.
Das mag sich nach Paranoia anhören. Diese Einschätzung dürfte verfliegen, wenn man eine whois-Anfrage auf die eigene IP-Adresse macht. - Man muß sich darüber klar werden, daß diese Informationen jedem zugänglich sind, dessen Webadresse man klickt - und der diese dann mit all jenem Kram abgleichen kann, den man bei ihm sonst noch hinterließ.
- [1] Vielleicht sieht es komisch aus, daß man hier ein Impressum mit maschinenlesbarer Anschrift findet. Meine Site ist keine Datenbank - und das macht einen erheblichen Unterschied.
Auch wenn ich die Grundsätze begrüße und die Argumentation schlüssig ist, hilft es nicht bsw. nicht viel Google zu meiden (und einen anderen Betreiber zu nutzen), schliesslich wollen die Konkurrenten auch nur Geld verdienen und agieren ähnlich wie das grosse G, nur noch nicht ganz so marktbeherrschend. Grad für die Probleme mit den Cookies gibt es einige sinnvolle Erweiterungen für den Firefox, die es erlauben die gerade notwendigen Kekse zu behalten und alle anderen gleich von vorne Weg zu blockieren.
Du hast völlig recht. Google läßt sich nicht vermeiden - aber, wie Du ja selber sagst, mit restriktiven Gebrauch von Cookie-Rechten kann man das Ganze verträglich machen. Dafür braucht man aber das entsprechende Bewußtsein, und daran fehlt es m.E. in der Blogszene ganz entschieden. Teil 7 bringt die eigentliche Pointe (mal sehen, ob ich das heute abend noch schaffe).
- N.B: Die Kommentarfunktione war etwas hinüber, jetzt sollte das wieder gehen.
@Kommentarfunktion:
Dafür das es komplett(?) selbstgecodet ist ja nicht schlecht...
Komplett - mit Ausnahme der Trackback-Funktionalität; und für den RSS-Feeder habe ich auch noch einen Codeschnipsel gefunden...
Ich muß das noch dokumentieren - außerdem werde ich den Code unter GNU- oder public domain freistellen.