Photoshop-Welten - Manipulation
Das Foto oben ist zuerst ein unschuldiger Schnappschuß. Dabei schildert es eine Geschichte, die geradezu dazu herausfordert, sie deutlicher herauszustellen: ein alter Mann scheint damit beschäftigt, eine jüngere Frau zu beeindrucken. – Ich habe den Hintergrund vorsichtig unscharf gestellt, um den Fokus auf die beiden Protagonisten der Szene zu lenken.
Dabei ist das nur jene Ebene, wie sie das Bild nahelegt: vielleicht hat hier ein Einheimischer ein Anliegen an die Touristin (tatsächlich stand der Mann später auf, und sprach gestikulierend auf die Frau ein – ich habe keine Ahnung, um was es da konkret ging).
Mit ein wenig Photoshop kann man eine Story basteln, die nur noch mit dem Foto, aber nichts mit den tatsächlichen Verhältnissen zu tun hat, und die ein Licht auf die beteiligten Personen wirft, das diese vielleicht überhaupt nicht goutieren – es ist ja nicht nur künstlich, sondern fabriziert möglicherweise eine glatte Lüge. Man wandert da, mit der Kamera in der Hand, auf einem außerordentlich schmalen Grat.
(Dabei wollte ich nur herausfinden, wie die Bildbearbeitung bei einem Foto in der heutigen ZEIT wohl funktioniert.)
Photoshop-Welten - Surface-Blur
Das Foto hatte ich eigentlich nur für ein wenig Photoshop-“Training“ herausgesucht: der Vordergrund ist im Original kläglich abgesoffen, und ich habe versucht, einen neuen Temporekord aufzustellen, um ihn hervorzuholen. Dabei war ich dann doch rasch am experimentieren – das Stadtpanorama in der Bearbeitung (unten) hat eine spezielle Schärfenmaske, der Vordergrund hingegen ein „Surface-Blur“, ist also bewußt verwaschen.
Dadurch bekommt das Foto eine räumlich Tiefe, die es vorher nicht einmal ansatzweise hatte, und wodurch es überhaupt erst interessant wird.
(Ich habe noch versucht, die Gebäude im Hintergrund von den Details in der Mitte mit einer Maske zu trennen, bin daran aber bisher gescheitert).
Photoshop-Welten - Masken
Selbst die kleinen Thumbnail-Vorschauen (größere Auflösung nach Klick) zeigen einen deutlichen Unterschied zwischen Original (links) und Bearbeitung. Wo das Original matschig und zweidimensional-flach daher kommt, bietet die Bearbeitung deutlich mehr Details und Kontraste, ohne daß die ursprüngliche „Stimmung” verloren geht. Ich habe hier mit mehreren Masken gearbeitet (und einmal mehr eine Menge über die Möglichkeiten von Photoshop gelernt), die ich jeweils unterschiedlich bearbeitet habe: das Schloß im Hintergrund hat eine erhöhte Schärfe (eine eigene „Unsharp-Mask”); der Himmel sowie die Hecke am rechten Bildrand je eigene Farbkorrekturen.
Einige Stichworte (zur eigenen Referenz):
- Masken kann man sehr effektiv mit dem „Color Range”-Dialog erstellen (erreichbar vom „Mask”-Panel).
- Masken kann man im „Channels”-Panel getrennt anwählen und weiter bearbeiten.
- Masken kann man gewissermaßen als Rohmaterial verwenden, um mit dem „Magic Wand”-Tool Selektionen zu machen. Man kann dann z.B. die Selektion als Clipping-Region verwenden, über die man mit einem „Photoshop-Pinsel” hinwegmalen kann, ohne den Bildbereich jenseits des Clippings zu berühren.